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Your Palace in the sky

Mitte der 70er Jahre hatte Port of Silk eine besonders prosperierende Zeit und die Webstühle in Indien wurden nicht mehr manuell betätigt, sondern automatisiert. Das Angebot von Seidenstoffen vergrößerte sich ständig.

Lisi flog mehrmals im Jahr nach Indien, immer mit einem Jumbojet von Air India, die ihre Flotte von 747-Jets 1971 vorgestellt hatte.

Die Flugzeuge waren üppig dekoriert, wie ein indischer Palast. Den Flugzeugrumpf zierte der Slogan „Your palace in the sky“. Die Passagiere wurden mit geradezu kolonialer Servilität bedient.

About Port of Silk - Episode 2 - Emerging India 1

Taj Mahal Palace Hotel

Lisi schwärmte von ihren Air India-Flügen, boten sie doch ein ganz anderes Surrounding, als bei der nüchternen Lufthansa. Dazu dann die indische Küche auf den Flügen, die neuen Gewürze und Gerüche, die jedes Mal eine Vorfreude auf das Land unserer Lieferanten erweckten.

Zielflughafen war meistens Bombay, das heutige Mumbai. Domiziliert wurde grundsätzlich im Taj Mahal Palace Hotel, das seinerzeit zur Interconti-Kette gehörte.

ein WHISKY AM FLUSS

About Port of Silk - Episode 2 - Emerging India 2

Legendär waren die Preisverhandlungen, die auf der Terrasse zum Fluss geführt wurden. Die Getränke-Begleitung bestand aus Whisky, wobei Lisi an ihrem einstöckigem Amrut Single Malt nur nippte, die Lieferanten aber schon mal einen Doppelten brauchten, um bei gehobener Stimmungslage zu bleiben.

Die soziale Lage in Indien wurde von beginnendem Unternehmertum gern wie folgt kommentiert: „Die Armen fressen alles auf, aus Indien wird nur etwas, wenn die Bevölkerung nicht mehr ansteigt.“

Lisi wurde von den Lieferanten mit sehr großem Respekt behandelt. Als ein Lieferant mitbekam, dass das Taj-Hotel Lisi nur ein kleines Zimmer gegeben hatte, wurde ihr kurzerhand vom Lieferanten eine riesige Suite zur Verfügung gestellt, mit vielen Salons, in der sie aber Schwierigkeiten hatte, das Schlafzimmer zu finden. Typische Begleiterscheinung ihrer Aufenthalte in Indien war Diarrhöe.

Beschwer der Rückreise waren bis zu 7 Musterkoffer, in Indien als Samsonite-Imitation gekauft, die die Tendenz hatten, explosiv aufzuspringen.

Noch bis ins hohe Alter schwärmte Lisi von ihren Reisen nach Indien, der besonderen Atmosphäre dieses Landes und der Gastfreundschaft ihrer Lieferanten.



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